{"id":196,"date":"2021-07-01T16:56:58","date_gmt":"2021-07-01T16:56:58","guid":{"rendered":"http:\/\/buergerimmittelpunkt.de\/?page_id=196"},"modified":"2025-11-21T15:45:47","modified_gmt":"2025-11-21T15:45:47","slug":"aktuelles","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bim-horb.de\/","title":{"rendered":"Aktuelles"},"content":{"rendered":"<section class=\"l-section wpb_row height_medium\"><div class=\"l-section-h i-cf\"><div class=\"g-cols vc_row via_flex valign_top type_default stacking_default\"><div class=\"vc_col-sm-1 wpb_column vc_column_container has_bg_color\"><div class=\"vc_column-inner us_custom_d1bee1f3\"><div class=\"wpb_wrapper\"><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-10 wpb_column vc_column_container\"><div class=\"vc_column-inner\"><div class=\"wpb_wrapper\"><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h2><strong><span style=\"color: #3366ff;\">Position der BiM \u2013 Windkraft im kommunalen Wald<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h4><strong><span style=\"color: #3366ff;\">Grundhaltung<\/span><\/strong><\/h4>\n<p>Als Gemeinderatsmitglieder der B\u00fcrger im Mittelpunkt \u2013 BiM bekennen wir uns von Anfang an klar zur Energiewende und zur Windkraft. Die Entscheidung, Waldstandorte f\u00fcr Windkraftanlagen zur Verf\u00fcgung zu stellen, ist f\u00fcr uns grunds\u00e4tzlich dort nachvollziehbar, wo es keine anderen M\u00f6glichkeiten gibt, weil z. B. in dichtbesiedelten Kommunen oder Schwarzwaldt\u00e4lern aufgrund des erforderlichen Siedlungsabstands keine Offenlandstandorte zur Verf\u00fcgung stehen. In Horb dagegen gibt es geeignete Offenlandstandorte, die z. B. mit dem Vorranggebiet WF 10 sogar g\u00fcnstig nahe an industriellen Stromabnehmern gelegen sind.<br \/>\nDer Schaden, den Windkraftanlagen unseren ohnehin schon gestressten Wald\u00f6kosystemen zuf\u00fcgen, entsteht dabei nicht nur in Form von Fl\u00e4chenverlust durch die erforderlichen Rodungsfl\u00e4chen. Deren Gr\u00f6\u00dfe liegt je nach Standort bei 1 bis 1,1 ha, davon bleiben f\u00fcr die Betriebsphase der WKA ca. 0,5 ha dauerhaft gerodet. Sch\u00e4den entstehen durch vielf\u00e4ltige Effekte wie z. B. die Zerst\u00f6rung des Waldgef\u00fcges im Bereich der Lichtungen, die deutlich h\u00f6here Erw\u00e4rmung dort sowie die St\u00f6rung der Bodenstruktur durch massive Verdichtung und Einbringung von Schotter. Bei Gel\u00e4ndeneigungen \u00fcber 1% sind zus\u00e4tzlich massive Nivellierungsma\u00dfnahmen erforderlich. Messbare \u00f6kologische Auswirkungen sind unter anderem:<\/p>\n<ul>\n<li>Beeintr\u00e4chtigung des Bodens und Wasserhaushalts<\/li>\n<li>\u00a0Erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Flederm\u00e4use und einige Vogelarten<\/li>\n<li>\u00a0Zerst\u00f6rung des Waldbinnenklimas und der Vegetationsstruktur<\/li>\n<li>\u00a0Zerst\u00fcckelung und St\u00f6rung sensibler Wald\u00f6kosysteme<\/li>\n<li>\u00a0Destabilisierung des Waldgef\u00fcges, nicht nur in den neu entstandenen Lichtungsrandzonen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Ausma\u00df dieser Effekte h\u00e4ngt vom Standort, der Anzahl der Anlagen, der Art des Waldes, (z. B. strukturreicher Mischwald oder Monokultur) und der Bauweise ab.<\/p>\n<p><strong>Aus diesem Grund lehnen wir in Horb die Errichtung von Windkraftanlagen auf kommunalen Waldfl\u00e4chen ab.<\/strong><\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h4><strong><span style=\"color: #3366ff;\">Weitere Argumente:<\/span><\/strong><\/h4>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>1. Wald als langfristig bedeutsamer Verm\u00f6genswert im Dienst des Gemeinwohls<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der kommunale Wald ist Teil des \u00f6ffentlichen Verm\u00f6gens und nicht nur wirtschaftliches, sondern auch \u00f6kologisches und kulturelles Gemeingut. Er erbringt dauerhafte Leistungen (CO\u2082-Bindung, Wasserhaushalt, Luftqualit\u00e4t, Erholung u. a.), die durch die Errichtung von Windkraftanlagen teilweise oder ganz unm\u00f6glich werden. Sein Eigenwert und seine \u00f6kologischen Funktionen sind nicht ersetzbar. Viele z. T. hochspezialisierte Arten sind auf den ungest\u00f6rten Lebensraum Wald angewiesen und pr\u00e4gen ihrerseits dieses \u00d6kosystem.<\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>2. Wirtschaftliche Abw\u00e4gung<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Kurzfristige Einnahmen durch Pacht oder Gewerbesteuer stehen langfristigen Folgekosten gegen\u00fcber. Nachhaltige Finanzpolitik bewertet Entscheidungen \u00fcber den gesamten Lebenszyklus. Der Wald liefert stetige \u00d6kosystemleistungen. Diese bilden sich nicht direkt im st\u00e4dtischen Haushalt als Einnahmen ab, fallen diese Leistungen jedoch weg, entstehen f\u00fcr die Kommune erhebliche Folgekosten. Beispiele daf\u00fcr sind die Wasserr\u00fcckhaltefunktion des Waldes bei Starkregen, die Wasserfilterfunktion f\u00fcr das Grundwasser oder K\u00fchlungseffekte f\u00fcr Siedlungen und angrenzende landwirtschaftliche Fl\u00e4chen sowie positive Effekte f\u00fcr Erholung und Tourismus. Auch der Pflanz- und Pflegeaufwand f\u00fcr erforderliche Ersatzpflanzungen f\u00fchrt zu finanziellen Aufwendungen, die im neu entstehenden Wald \u00fcber Jahrzehnte nicht durch Holzeinschlag ausgeglichen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>3. Klimaschutz und Waldschutz geh\u00f6ren zusammen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Gesunder Wald ist selbst Klimasch\u00fctzer. Seine Rodung f\u00fcr technische Anlagen schw\u00e4cht die nat\u00fcrliche CO\u2082-Bindung. Effektiver Klimaschutz erfordert, wo immer Offenlandstandorte zur Verf\u00fcgung stehen, den Erhalt nat\u00fcrlicher Systeme.<\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>4. Alternativen im Offenland<\/strong><\/span><\/p>\n<p>In Horb gibt es geeignete Offenlandstandorte. Ihre Fl\u00e4chen reichen f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige Nutzung durch WKA nicht aus, k\u00f6nnen aber gemeinsam mit angrenzenden Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern im Rahmen von Poolingvertr\u00e4gen genutzt werden. Das erfordert etwas mehr Aufwand und Abstimmung, ist f\u00fcr Projektierer aber l\u00e4ngst Routine.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #3366ff;\">5. Fazit <\/span><\/strong><\/p>\n<p>Windkraft ja, wo keine geeigneten Offenlandstandorte zur Verf\u00fcgung stehen auch an Waldstandorten, an denen z. B. bereits durch den Klimawandel gesch\u00e4digter Wald keine Zukunft mehr hat. In Horb dagegen ist es nicht erforderlich, Windkraftanlagen im Wald zu errichten. Geeignete Fl\u00e4chen au\u00dferhalb des Waldes sind, wenn auch wenige, in kommunalem Eigentum vorhanden. Kooperationen mit privaten Eigent\u00fcmern (Pooling) bieten hier eine tragf\u00e4hige L\u00f6sungsm\u00f6glichkeit. Das erfordert etwas mehr Aufwand und Koordination, bewahrt jedoch \u00f6kologische und wirtschaftliche Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wir sehen an unserem, im Landesvergleich waldarmen Standort den Schutz des Waldes als langfristig verantwortliche Kommunalpolitik an.<\/p>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"wpb_text_column\"><div class=\"wpb_wrapper\"><h2>In der Gesamtabw\u00e4gung entscheiden wir uns daher f\u00fcr den Schutz des kommunalen Waldes und stimmen am 30.11 mit \u201cNein\u201d.<\/h2>\n<\/div><\/div><div class=\"w-separator size_small\"><\/div><div class=\"w-image align_none\"><div class=\"w-image-h\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"723\" src=\"https:\/\/bim-horb.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/OESL_Poster_4._Auflage_2025_web-1024x723.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/bim-horb.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/OESL_Poster_4._Auflage_2025_web-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/bim-horb.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/OESL_Poster_4._Auflage_2025_web-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><div class=\"vc_col-sm-1 wpb_column vc_column_container has_bg_color\"><div class=\"vc_column-inner us_custom_1fb30248\"><div class=\"wpb_wrapper\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div><\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Position der BiM \u2013 Windkraft im kommunalen Wald Grundhaltung Als Gemeinderatsmitglieder der B\u00fcrger im Mittelpunkt \u2013 BiM bekennen wir uns von Anfang an klar zur Energiewende und zur Windkraft. 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